Mein erster Blick in die Seele des Kyūdō ⭐⭐⭐⭐⭐

Mein erster Blick in die Seele des Kyūdō ⭐⭐⭐⭐⭐

Das ist der perfekte Einstieg.

Du warst 28 Jahre alt.
Du kommst aus dem Karate.
Du willst Kata, Bunkai und Randori.
Dann stehst du plötzlich in einem stillen Kyūdō-Dōjō.

Der Leser erlebt die Geschichte durch deine Augen und wird emotional abgeholt.

Mein erster Blick in die Seele des Kyūdō

Damals war ich 28 Jahre alt.

Mein Freund und Sensei San nahm mich mit zum Kyūdō-Training.

Um ehrlich zu sein: Ich verstand zunächst nicht, was ihn an dieser Kunst so faszinierte.

Ich wollte Kata laufen.

Ich wollte Bunkai trainieren.

Ich wollte Randori machen.

Ich wollte mich bewegen, schwitzen und Techniken lernen.

Doch dort begegnete mir etwas völlig anderes.

Im Dōjō herrschte eine Stille, die ich bis dahin kaum erlebt hatte.

Keine Hektik.

Kein Wettkampf.

Keine Eile.

Nur Ruhe.

Gelassenheit.

Und eine tiefe innere Zufriedenheit.

Damals konnte ich dieses Gefühl noch nicht beschreiben.

Heute würde ich sagen:

Es war mein erster bewusster Kontakt mit einem positiven Energiefluss.

Natürlich ist das keine wissenschaftliche Aussage.

Es ist meine persönliche Wahrnehmung.

Meine eigene Erfahrung.

Eine Erinnerung, die sich tief in mein Herz eingebrannt hat.

Nachdem ich selbst einige Formen und grundlegende Bewegungen geübt hatte, trat mein Kyūdō-Sensei an die Schusslinie.

Er spannte den Yumi.

Sein Atem wurde ruhig.

Sein Körper bewegte sich ohne jede Hast.

Dann löste sich der erste Pfeil.

Es folgten sieben weitere.

Acht Schüsse.

Jeder einzelne wirkte selbstverständlich.

Fast so, als gäbe es zwischen Schütze, Bogen und Ziel überhaupt keine Trennung mehr.

Für einen kurzen Augenblick fragte ich mich sogar:

Hat er vielleicht mit geschlossenen Augen geschossen?

Ich weiß es bis heute nicht.

Ich habe ihn nie danach gefragt.

Denn plötzlich war diese Frage gar nicht mehr wichtig.

Wichtig war etwas anderes geworden.

Ich spürte, dass wir trotz aller Unterschiede denselben Weg gingen.

Er mit dem Yumi.

Ich mit dem Karate.

Verschiedene Werkzeuge.

Verschiedene Bewegungen.

Aber dieselbe Suche.

Die Suche nach Ruhe.

Nach Klarheit.

Nach vollkommener Präsenz.

Nach dem Dō.

An diesem Tag verstand ich zum ersten Mal:

Es gibt viele Wege.

Doch wenn sie ehrlich gegangen werden, führen sie alle zum selben Gipfel.

Du bist da.

Budō ist da.

OSU

Renshi Mike Stein