Guten Morgen, liebe Freunde und Weggefährten! 🥋🇩🇪🇿🇦
An diesem Mittwoch öffnen wir wieder ein Stück unseres Budō-Kalenders – und diesmal sind wir auf eine Geschichte gestoßen, die uns selbst überrascht hat.
Heute beschäftigen wir uns mit
fast 50 Jahren deutsch-südafrikanischer Karate-Verbindung.

Was zunächst mit einem einzelnen Datum begann, führte uns immer tiefer in die Archive: zu den frühen südafrikanischen Karate-Pionieren, zu ihren Reisen nach Japan, zu japanischen Sensei in Südafrika und schließlich zu den Begegnungen zwischen deutschen und südafrikanischen Karateka in den 1970er-Jahren.
1977: SOUTH AFRICA → GERMANY 🇿🇦➡️🇩🇪
Südafrikanische Karateka kommen nach Deutschland.
1978: GERMANY → SOUTH AFRICA 🇩🇪➡️🇿🇦
Deutsche Karateka reisen zum Gegenvergleich nach Südafrika.
Und wir merken bereits jetzt:
Diese Geschichte steht erst am Anfang.
🥋 50 YEARS OF KARATE CONNECTION
🇿🇦 SOUTH AFRICA – GERMANY 🇩🇪
Guten Morgen, liebe Freunde und Weggefährten der Bärenschmiede und der IRDSBA!
Unsere heutige Suche im Budō-Kalender hat uns zu einer Geschichte geführt, die fast 50 Jahre zurückreicht – und deren Wurzeln sogar noch älter sind.
Es ist die Geschichte der Karate-Verbindung zwischen Südafrika und Deutschland.
Südafrika gehörte schon früh zu den Ländern außerhalb Japans, in denen sich eine bemerkenswert starke Karate-Bewegung entwickelte.
Bereits Anfang der 1950er-Jahre begannen Pioniere wie Len Barnes, Richard Salmon, James Rousseau, Des Botes, Stan Schmidt und Norman Robinson, Karate aufzubauen. Vieles mussten diese frühen Karateka zunächst aus Büchern lernen.
Dann gingen sie einen entscheidenden Schritt:
Sie reisten nach Japan.
James Rousseau wird in der südafrikanischen Karate-Geschichtsschreibung als erster Südafrikaner genannt, der seinen schwarzen Gürtel in Japan erwarb. Stan Schmidt ging 1963 nach Tokio und wurde im alten JKA-Honbu-Dōjō in Yotsuya sogar zum Training in der berühmten Instruktorenklasse zugelassen. (karatesa.za.org)
Das Wissen floss bald auch in die andere Richtung.
Japanische Spitzenmeister kamen nach Südafrika. 1964 unterrichtete eine Gruppe um Hirokazu Kanazawa mehrere Monate in den großen Städten des Landes. Auch Keinosuke Enoeda und Hiroshi Shirai gehören zu den japanischen Instruktoren, die die frühe südafrikanische Entwicklung beeinflussten. (karatesa.za.org)
🇿🇦➡️🇩🇪 1977 – SOUTH AFRICA COMES TO GERMANY
Dann finden wir eine direkte Verbindung zu unserer deutschen Karate-Geschichte.
Im Frühjahr 1977 kam Stan Schmidt mit einer südafrikanischen JKA-Mannschaft zu einem Trainings- und Wettkampfaufenthalt nach Deutschland. (Gasshuku e.V.)
Und genau aus dieser Zeit stammt auch unsere historische Erinnerung an die Begegnung mit den südafrikanischen Karateka in Singen.
Das Interessante daran:
Das Shotokan-Karate-Dōjō Singen war selbst erst 1976 gegründet worden.
Und 2026 feiert dieses Dōjō sein 50-jähriges Jubiläum. Am 19. September findet dazu ein Jubiläumslehrgang mit Risto Kiiskilä und Giovanni Torzi statt. (skd-singen.de)
Fast ein halbes Jahrhundert später stehen also noch immer Menschen auf der Tatami, deren Karate-Geschichte mit jener Zeit verbunden ist.
🇩🇪➡️🇿🇦 1978 – GERMANY COMES TO SOUTH AFRICA
Nur ein Jahr später wechselte die Richtung.
Eine deutsche Mannschaft reiste nach Südafrika.
Malcolm Dorfman, damals einer der führenden südafrikanischen Wettkämpfer und später Kapitän des Springbok-Teams, erinnerte sich viele Jahre danach noch sehr genau an diese Begegnung.
Besonders blieb ihm sein Kampf gegen Risto Kiiskilä in Erinnerung. Dorfman berichtet, dass sein Sieg dazu beitrug, dass Südafrika den Mannschaftsvergleich gegen Deutschland gewann. (TSW Karate)
Das ist Karate-Geschichte zum Anfassen:
1977
SOUTH AFRICA → GERMANY
1978
GERMANY → SOUTH AFRICA
Nicht Facebook verband diese Menschen.
Nicht TikTok.
Nicht das Internet.
Karate verband sie.
🏆 Südafrika auf der Weltbühne
Und Südafrika war damals keineswegs eine unbedeutende Karate-Nation.
Das Land nahm noch an der 3. WUKO-Weltmeisterschaft 1975 in Long Beach teil. Danach führte die internationale sportpolitische Isolation während der Apartheid dazu, dass Südafrika aus dem offiziellen WUKO-Wettkampfbetrieb ausgeschlossen wurde. (ashihara.co.za)
Das macht die Geschichte komplizierter – aber auch historisch interessanter.
Denn die internationalen Karate-Verbindungen verschwanden trotzdem nicht.
Malcolm Dorfman beschreibt rückblickend, dass Stan Schmidt, Norman Robinson und er weiterhin zahlreiche internationale Kontakte unterhielten. Im traditionellen Karate bestanden Trainingsmöglichkeiten und internationale Begegnungen fort, obwohl Südafrika von offiziellen JKA-Weltmeisterschaften und dem WUKO-/All-Styles-Wettkampfbetrieb ausgeschlossen war. (TSW Karate)
Nach dem Ende der internationalen Isolation kehrte Südafrika schließlich auch auf die große Weltmeisterschaftsbühne zurück.
Und 1996 geschah etwas Besonderes:
Die 13. Karate-Weltmeisterschaft wurde in Sun City, Südafrika, ausgetragen. (Wikipedia)
Damit schließt sich ein beeindruckender Kreis:
Von den Pionieren der 1950er.
Zu Japan in den 1960ern.
Zu den internationalen Mannschaftsbegegnungen der 1970er.
Durch Jahre sportlicher Isolation.
Bis hin zu einer Karate-Weltmeisterschaft im eigenen Land.
🥋 FAST 50 JAHRE SPÄTER
Wenn wir heute diese alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen betrachten, sehen wir deshalb mehr als Mannschaften in Karate-Gi.
Wir sehen Beziehungen zwischen Menschen.
Ein südafrikanischer Karateka reist nach Japan.
Japanische Sensei reisen nach Südafrika.
Südafrikanische Karateka kommen nach Deutschland.
Deutsche Karateka fliegen nach Südafrika.
Sie trainieren.
Sie kämpfen.
Sie lernen voneinander.
Und sie tragen etwas von dieser Erfahrung zurück in ihre eigenen Dōjō.
Genau deshalb können wir heute mit gutem Grund sagen:
50 YEARS OF KARATE CONNECTION
Nicht als Behauptung, dass die Verbindung exakt 1976 begonnen hätte.
Sondern als Erinnerung daran, dass Deutschland und Südafrika seit rund einem halben Jahrhundert durch Karate-Begegnungen, Training, Wettkampf und persönliche Beziehungen miteinander verbunden sind.
Und die Wurzeln des südafrikanischen Karate reichen noch wesentlich weiter zurück.
Vielleicht ist das die schönste Botschaft unserer heutigen morgendlichen Suche:
Länder können weit voneinander entfernt sein.
Politische Zeiten können schwierig sein.
Generationen können wechseln.
Doch eine Verbeugung auf der Tatami versteht jeder Karateka.
SOUTH AFRICA 🇿🇦
GERMANY 🇩🇪
JAPAN 🇯🇵
50 YEARS OF KARATE CONNECTION
DIFFERENT COUNTRIES.
ONE TATAMI.
ONE KARATE SPIRIT.
BUDŌ VERBINDET.
THE WAY NEVER ENDS.
Osu! 🥋🐻
Renshi Mike Stein – 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede
IRDSBA
