Du bist da. Karate ist da.

Du bist da. Karate ist da.

Irgendwann kommt jeder Karateka an einen Punkt, an dem die äußeren Dinge leiser werden.

Die Medaillen liegen in Schubladen.

Die Urkunden vergilben.

Die Pokale verstauben.

Manche Trainingspartner sind verschwunden.

Manche Meister leben nicht mehr.

Und irgendwann schaut einen im Spiegel ein älterer Mensch an.

Dann stellt sich eine einfache Frage:

Warum trainiere ich eigentlich noch?

Die Antwort fand ich nicht in Büchern.

Nicht auf Lehrgängen.

Nicht auf Wettkämpfen.

Sondern an ganz gewöhnlichen Tagen.

An Tagen, an denen niemand zuschaut.

An Tagen, an denen das Dōjō leer ist.

An Tagen, an denen der Körper sagt:

„Heute nicht.“

Dann höre ich eine Stimme.

Ganz ruhig.

Ganz klar.

„Mike … du bist da. Karate ist da.“

Mehr braucht es nicht.

Der Weg existiert auch ohne Zuschauer.

Karate existiert auch ohne Anerkennung.

Karate existiert auch ohne Erfolg.

Du ziehst den Gi an.

Du verbeugst dich.

Du trainierst.

Und du gehst wieder nach Hause.

Das genügt.

Denn der Weg lebt nicht durch andere.

Der Weg lebt durch dich.