MEINE LINIE · MEINE FORSCHUNG · MEINE ERFAHRUNG

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THE GROUND BENEATH THE KATA

MEINE LINIE · MEINE FORSCHUNG · MEINE ERFAHRUNG

KARATE VERSTEHEN · NICHT NUR MACHEN

Eine Studie von Renshi Mike Stein · 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede
International Rin Dō Shinzen Budō Association – IRDSBA

Nach Jahrzehnten des Karate stellt sich für mich längst nicht mehr nur die Frage:

WIE MACHE ICH EINE TECHNIK?

Die wesentlich wichtigere Frage lautet:

WARUM MACHE ICH SIE SO?

Warum stehen meine Füße genau dort?

Warum ist mein Körper frontal oder seitlich ausgerichtet?

Warum bewegt sich eine Kata drei Schritte vorwärts und nicht sieben oder acht?

Warum verläuft ihr Embusen so, wie er verläuft?

Warum wird eine Hand nach vorne geführt, während die andere zurückgezogen wird?

Warum besitzt Shuto diese Handform?

Warum bewegt sich der Ellenbogen beim Hikite nach hinten?

Und warum nennen wir manche Bewegungen „Ausholbewegungen“, obwohl sich der Körper bewegt, Energie übertragen wird und dabei bereits eine Körperwaffe entstehen kann?

Für mich beginnt das tiefere Verständnis des Karate dort, wo wir aufhören, eine Bewegung ausschließlich zu kopieren, und beginnen, sie zu hinterfragen.

THE FIRST TECHNIQUE IS THE QUESTION.


1 · ZURÜCK ZUM BODEN

Wenn wir alte Kata verstehen wollen, dürfen wir nicht ausschließlich die Hände der alten Meister betrachten.

Wir müssen zuerst auf ihre Füße schauen.

Und anschließend auf den Boden, auf dem diese Füße standen.

Karate entstand nicht in einer modernen Sporthalle mit perfekt ebenem Boden und beliebig großer Trainingsfläche.

Die Menschen lebten und bewegten sich in einer realen Umwelt.

Wege, Häuser, Höfe, Mauern, Felder, Arbeitsplätze und natürliche Bodenverhältnisse bestimmten den verfügbaren Raum.

Daraus entsteht für meine Forschung eine einfache Frage:

DID THE PHYSICAL ENVIRONMENT INFLUENCE THE GEOMETRY OF EARLY KARATE?

Ich behaupte damit nicht, dass eine bestimmte Kata auf einem Reisfeld erfunden wurde.

Aber aus der mündlichen Überlieferung älterer Lehrer kenne ich immer wieder Erklärungen über schmale Wege, begrenzte Bewegungsräume und die Frage, warum bestimmte Kata nur wenige Schritte in eine Richtung führen.

Diese Überlieferung verdient es, untersucht zu werden.

Nicht blind geglaubt.

Aber auch nicht einfach verworfen.

Unsere Methode lautet deshalb:

ORAL TRADITION → QUESTION → RESEARCH → EXPERIMENT → UNDERSTANDING


2 · DAS REISFELD UND DER VOLLE BUS

Manchmal braucht eine komplizierte Idee ein sehr einfaches Bild.

Stellen wir uns einen vollbesetzten Bus vor.

Links und rechts befinden sich Sitzreihen und Menschen. In der Mitte bleibt nur ein schmaler Gang.

Dieser Gang ist unser Modell für den schmalen Weg zwischen zwei Feldern.

BUS SEATS → NARROW AISLE ← BUS SEATS

wird zu:

FIELD → NARROW PATH ← FIELD

Wer sich durch einen engen, vollen Bus bewegt, organisiert seinen Körper anders als jemand, der allein in einer leeren Sporthalle steht.

Der verfügbare Raum bestimmt die möglichen Bewegungen.

SPACE SHAPES MOVEMENT.

Dabei müssen wir etwas Wichtiges unterscheiden:

STANCE LENGTH ≠ STANCE WIDTH

Ein Weg kann sehr schmal und trotzdem sehr lang sein.

Das bedeutet: Ein langer Stand benötigt nicht zwangsläufig einen breiten Stand.

Ein Körper kann sich entlang einer schmalen Bewegungsachse organisieren, während sein seitlicher Bewegungsraum stark begrenzt bleibt.

Und damit gelangen wir zu einer Beobachtung, die mir auf alten Aufnahmen immer wieder auffällt:

THE HEEL LINE

Wie stehen die Fersen zueinander?

Wie groß ist der seitliche Abstand?

Wie lang ist der Stand?

Wie stehen die Füße?

Wo zeigen Knie und Hüfte hin?

Wir dürfen einen Stand deshalb nicht allein anhand seines Namens beurteilen.

Wir müssen seine Geometrie untersuchen.

HEEL LINE → FOOT ANGLE → KNEE → KOSHI → CENTER → TECHNIQUE


3 · WARUM STEHT DER KÖRPER SEITLICH?

Damit kommen wir zum nächsten Punkt.

Bei vielen kämpferischen Bewegungen ist der Körper nicht vollständig frontal organisiert.

Auch hierfür liefert der volle Bus eine einfache Anschauung.

Ein frontal ausgerichteter Mensch benötigt mehr Querraum. Dreht er seinen Körper, verringert sich seine projizierte Breite und er kann sich leichter durch eine schmale Passage bewegen.

Im Kampf kommt eine weitere Eigenschaft hinzu:

Eine stärker seitliche Körperausrichtung kann die frontal angebotene Fläche verändern beziehungsweise verkleinern.

Aber das ist nur eine mögliche Funktion.

Denn die Körperdrehung verändert gleichzeitig:

TARGET PROFILE · DISTANCE · REACH · HIP ROTATION · CENTER LINE · ENTRY ANGLE · EXIT ANGLE

Deshalb lautet mein Prinzip:

ONE POSITION · MANY FUNCTIONS

Eine Körperstellung muss nicht für einen einzigen Zweck entstanden sein.

Sie kann gleichzeitig Raumprobleme lösen, Distanz verändern, Körperwaffen organisieren und die nächste Bewegung vorbereiten.

Das sehen wir auch außerhalb unserer Kata.

Kyūdō-Schützen organisieren ihren Körper seitlich zur Aufgabe von Körper, Bogen und Ziel.

Bei Schwert und Bō bestimmen Waffe, Reichweite und Bewegungsachse wesentlich die Körperorganisation.

Auch modernes Kumite verwendet häufig angewinkelte Kampfstellungen.

Das beweist keine gemeinsame historische Herkunft.

Aber es zeigt ein allgemeines Prinzip:

THE BODY ADAPTS TO THE TASK.


4 · NAIHANCHI UND DIE BEWEGUNGSLINIE

Naihanchi wird dadurch besonders interessant.

Die Kata bewegt sich hauptsächlich entlang einer seitlichen Linie.

Aus der mündlichen Überlieferung kennen wir das Bild eines Menschen, der vor seinem Haus auf einem begrenzten Weg steht. Hinter ihm befindet sich das Haus, vor ihm das Feld. Seine Bewegung erfolgt hauptsächlich seitlich.

Das ist für unsere Studie Oral Tradition und Arbeitsmodell, kein bewiesener historischer Ursprung von Naihanchi.

Aber das Modell führt zu einer wichtigen Frage:

IST DER EMBUSEN WIRKLICH DIE ANGRIFFSRICHTUNG?

Vielleicht müssen wir unterscheiden zwischen:

MOVEMENT DIRECTION

und

FIGHTING DIRECTION

Der Embusen könnte zunächst den Bewegungsraum der übenden Person beschreiben, ohne dass deshalb jeder Gegner genau auf dieser Linie stehen muss.

Das eröffnet eine andere Betrachtung:

EMBUSEN ≠ AUTOMATICALLY ENEMY POSITION

Damit wird Naihanchi für unser Forschungsprojekt zu einem ausgezeichneten Experiment.


5 · DER KÖRPER ALS WERKZEUGKISTE

Nun verlassen wir den Raum und betrachten den Körper.

Ein Handwerker besitzt Werkzeuge.

Spaten.

Schaufel.

Zange.

Hammer.

Haken.

Ein Werkzeug hat zunächst bestimmte konstruktive Eigenschaften. Aber ein erfahrener Handwerker erkennt häufig mehr als nur seine offensichtlichste Verwendung.

Genau so betrachte ich Karate.

THE BODY AS A TOOLBOX

Faust, offene Hand, Handkante, Unterarm, Ellenbogen, Schulter, Knie und Fuß sind Werkzeuge beziehungsweise Körperwaffen.

Der Name einer Technik beschreibt deshalb nicht zwangsläufig ihre einzige mögliche Funktion.

BODY WEAPON → STRUCTURE → DIRECTION → DISTANCE → FUNCTION

Eine Bewegung kann abhängig von Situation, Distanz, Winkel und Kontakt unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Darum:

ONE WEAPON · MANY FUNCTIONS

ONE MOVEMENT · MANY APPLICATIONS

ONE PRINCIPLE · MANY SITUATIONS


6 · SHUTO – DIE WAFFE IN DER TECHNIK

Shuto ist dafür ein hervorragendes Beispiel.

Wenn ich nur sage:

SHUTO-UKE = ABWEHR

habe ich der Bewegung bereits eine feste Funktion gegeben, bevor ich ihre Struktur untersucht habe.

Ich möchte vorher wissen:

Warum ist die Hand offen?

Warum sind die Finger gestreckt?

Wie steht der Ellenbogen?

Wie ist die Schulter mit dem Rumpf verbunden?

Wo befindet sich die Hüfte?

Welche Distanz liegt vor?

Woher kommt die Energie?

Unsere biomechanische Kette lautet:

GROUND → FOOT → LEG → KOSHI → CORE → SHOULDER → ELBOW → SHUTO

Damit ist Shuto zunächst eine Körperwaffe.

Ihre konkrete Funktion entsteht aus der Situation.

Sie kann aufnehmen, umlenken, Kontakt herstellen, kontrollieren oder offensiv verwendet werden.

Bei der Beschäftigung mit Kyūsho-Jitsu kommt eine weitere Ebene hinzu: Die offene Hand bietet andere Kontaktmöglichkeiten als eine geschlossene Faust. Für unsere Studie ist dabei nicht entscheidend, möglichst viele verletzende Anwendungen aufzuzählen, sondern zu verstehen:

THE SHAPE OF THE WEAPON CHANGES ITS POSSIBILITIES.

Damit verändert sich unsere Frage.

Nicht mehr:

„Was blockiert Shuto-uke?“

Sondern:

„WARUM IST DIE WAFFE SO GEFORMT?“


7 · DIE ZWEITE HAND

Jetzt wird es noch interessanter.

Bei vielen Techniken konzentriert sich der Schüler auf die Hand, die sichtbar „die Technik“ ausführt.

Aber was macht die andere Hand?

Ist sie wirklich nur Vorbereitung?

Ist sie leer?

Oder arbeitet sie bereits?

Damit gelangen wir zu Hikite.

Bei einem Zuki bewegt sich eine Hand nach vorne, während die andere zurückgeführt wird.

Von außen betrachtet:

ZUKI → FORWARD

HIKITE → BACKWARD

Biomechanisch gehören beide Bewegungsrichtungen jedoch zu demselben Körper.

PUSH ↔ PULL

ROTATION ↔ COUNTER-ROTATION

ZUKI ↔ HIKITE

Die Energie verschwindet beim Zurückziehen nicht.

SIE ÄNDERT IHRE RICHTUNG.


8 · DER ELLENBOGEN VERRÄT DIE BEWEGUNG

Beim Hikite betrachten wir meistens die Faust.

Aber ziehen wir die Faust zur Hüfte zurück, bewegt sich gleichzeitig der Ellenbogen nach hinten.

Damit entsteht eine weitere mögliche Körperwaffe.

Die gleiche Bewegung kann abhängig von der Situation verschiedene Funktionen besitzen.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass jedes historische Hikite ursprünglich eine bestimmte Ellenbogentechnik gewesen sein muss.

Es bedeutet:

DIE BIOMECHANISCHE MÖGLICHKEIT IST IM KÖRPER VORHANDEN.

Und genau danach suchen wir.

Nicht nach einer einzigen vorgeschriebenen Anwendung.

Sondern nach dem Funktionsraum einer Bewegung.


9 · ES GIBT KEINE LEERE AUSHOLBEWEGUNG

Damit gelangen wir zur vielleicht wichtigsten These meiner heutigen Arbeit.

THERE IS NO EMPTY MOVEMENT.

Im Training der Bärenschmiede möchte ich eine Bewegung nicht automatisch als bedeutungsloses „Ausholen“ behandeln.

Denn sobald sich mein Körper bewegt, müssen wir fragen:

Woher kommt diese Bewegung?

Wohin geht sie?

Welche Energie besitzt sie?

Welche Körperwaffe bewegt sich?

Welche Funktion könnte sie übernehmen?

Deshalb lautet unser Prinzip:

THE TRANSITION IS A TECHNIQUE.

Ein Anfänger sieht möglicherweise:

TECHNIQUE A → PREPARATION → TECHNIQUE B

Wir untersuchen dagegen:

ACTION → TRANSITION → ACTION → TRANSITION → ACTION

Damit verändert sich die Betrachtung einer Kata vollständig.

Nicht nur die Endposition ist wichtig.

Der Weg zwischen zwei Positionen wird entscheidend.

DON’T STUDY ONLY THE END POSITION.

STUDY THE PATH BETWEEN THE POSITIONS.

Dort beginnen Bunkai, Hente-waza und Ōyō.


10 · KATA IST KUMITE

Damit bekommt einer meiner zentralen Sätze seine eigentliche Bedeutung:

KATA IST KUMITE.

Nicht deshalb, weil jede sichtbare Kata-Bewegung genau eine festgelegte Kampfanwendung darstellen müsste.

Sondern weil wir die Bewegung als lebendigen Vorgang zwischen Körpern betrachten.

Distanz verändert sich.

Winkel verändern sich.

Kontakt entsteht.

Der Körper reagiert.

Eine Bewegung führt zur nächsten.

Das Werkzeug verändert seine Funktion.

Die Situation bestimmt die Anwendung.

CONTACT → CONTROL → MOVEMENT → POSITION → NEXT ACTION

Eine Kata wird damit nicht zu einer Sammlung eingefrorener Fotografien.

Sie wird wieder Bewegung.


11 · PASSAI – DIE NÄCHSTE PRÜFUNG

Genau deshalb führt diese Studie unmittelbar zu unserem Passai-Projekt.

Wir wollen Passai nicht nur danach vergleichen, welche Hand zuerst wohin bewegt wird.

Wir untersuchen:

STANCE LENGTH
STANCE WIDTH
HEEL LINE
FOOT ANGLE
HIP HEIGHT
BODY ANGLE
KOSHI
DISTANCE
MOVEMENT PATH
BODY WEAPON
ENERGY DIRECTION
TRANSITION
APPLICATION

Und dann stellen wir verschiedene Passai-/Bassai-Traditionen nebeneinander.

Nicht um zu entscheiden:

„Welche ist die richtige?“

Sondern:

WHAT SURVIVED?

WHAT CHANGED?

WHAT WAS ADDED?

WHAT WAS STANDARDISED?

WHAT WAS NO LONGER EXPLAINED?

Denn:

CHANGE THE STANCE → CHANGE THE DISTANCE → CHANGE THE APPLICATION.

Und vielleicht gilt ebenso:

SAME KATA · DIFFERENT BODY · DIFFERENT FUNCTION


12 · GESCHICHTE ALS PÄDAGOGISCHES WERKZEUG

Hier liegt für mich ein wesentlicher Teil der Aufgabe eines Lehrers.

Geschichten sollen einen Schüler nicht beeindrucken, damit er glaubt, sein Lehrer kenne irgendwelche Geheimnisse.

Sie sollen Neugier erzeugen.

Die Geschichte vom Reisfeld ist dafür ein gutes Beispiel.

Ich kann zehn Minuten über Standgeometrie sprechen.

Oder ich stelle einen Schüler gedanklich in einen vollbesetzten Bus.

Links Menschen.

Rechts Menschen.

In der Mitte ein schmaler Gang.

Jetzt sage ich:

„Bewege dich.“

Plötzlich beginnt der Körper selbst zu antworten.

Danach übertragen wir das Prinzip auf einen schmalen Weg.

Und anschließend auf die Kata.

STORY → VISUALIZATION → EXPERIENCE → QUESTION → BIOMECHANICS → UNDERSTANDING

Damit bekommt eine Geschichte pädagogischen Wert.

Sie liefert nicht automatisch den historischen Beweis.

Sie erzeugt eine Frage, die der Schüler körperlich untersuchen kann.


13 · DER LEHRER SÄT

Von hundert Schülern werden vielleicht viele die Kata lernen.

Einige werden sie sehr gut ausführen.

Weniger werden anfangen zu fragen, warum sie so aufgebaut ist.

Und vielleicht werden nur wenige irgendwann die Verbindung zwischen Geschichte, Körper, Raum, Biomechanik, Anwendung und eigener Erfahrung erkennen.

„Drei von hundert“ ist für mich deshalb keine Statistik.

Es ist ein Bild.

Denn Verständnis kann nicht erzwungen werden.

Der Lehrer kann nur etwas säen.

Vielleicht versteht der Schüler den Satz heute nicht.

Vielleicht nach zehn Jahren.

Vielleicht erinnert er sich nach dreißig Jahren plötzlich daran und erkennt:

„Jetzt verstehe ich, was mein Lehrer damals meinte.“

THE TEACHER DOES NOT CREATE THE BLADE.

HE LIGHTS THE FORGE.


14 · KARATE VERSTEHEN · NICHT NUR MACHEN

Das ist schließlich der Kern meiner Arbeit.

Ich möchte meinen Schülern nicht ausschließlich vermitteln:

„Mach den Fuß so.“

„Dreh die Hüfte so.“

„Zieh die Hand hierhin.“

Ich möchte irgendwann die nächste Tür öffnen:

WARUM?

Denn jede Kata besitzt einen Weg.

Jeder Stand besitzt eine Balance.

Jede Technik besitzt eine Struktur.

Jede Bewegung besitzt eine Richtung.

Jede Körperwaffe besitzt Möglichkeiten.

Und hinter jeder sichtbaren Technik befindet sich ein biomechanisches Feld.

Deshalb lautet der Weg:

RECEIVE → PRACTICE → QUESTION → RESEARCH → TEST → UNDERSTAND → DEVELOP → TRANSMIT

Der Schüler soll nicht meine Antworten auswendig lernen.

Er soll lernen, selbst zu sehen.


15 · VOM ROHEN EISEN ZUR LEBENDEN KLINGE

Damit schließt sich der Kreis zur Bärenschmiede.

Ein Rohling wird nicht durch einen einzigen Hammerschlag zur Klinge.

Er wird erhitzt.

Geschlagen.

Geformt.

Geprüft.

Erneut erhitzt.

Weiterbearbeitet.

Geschliffen.

Und immer wieder geprüft.

So verstehe ich Karate.

RAW IRON → FIRE → HAMMER → FORM → TEST → REFINEMENT → LIVING BLADE

Tradition gibt uns den Rohstoff.

Unsere Lehrer geben uns Werkzeuge.

Training gibt uns Erfahrung.

Fragen öffnen neue Türen.

Biomechanik hilft uns, Bewegung zu verstehen.

Bunkai prüft ihre Funktion.

Ōyō macht sie anpassungsfähig.

Und jahrzehntelange Praxis zeigt uns, dass keine Antwort endgültig sein muss.

Deshalb ist Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede für mich weder eine Ablehnung der Tradition noch das blinde Kopieren einer historischen Schule.

Ich kenne meine Wurzeln.

Ich ehre meine Lehrer.

Ich untersuche, was sie weitergegeben haben.

Ich prüfe es durch Training.

Und dort, wo meine eigene Erfahrung und Forschung beginnen, benenne ich sie als meine eigene Entwicklung.

TRADITION IS THE ROOT.

RESEARCH IS THE HAMMER.

TRAINING IS THE FIRE.

EXPERIENCE SHAPES THE STEEL.

UNDERSTANDING FORGES THE BLADE.

VOM ROHEN EISEN ZUR LEBENDEN KLINGE.

Und die Klinge ist niemals endgültig fertig.

KARATE VERSTEHEN. NICHT NUR MACHEN.

KATA IST KUMITE.

THE WAY NEVER ENDS.

Renshi Mike Stein · 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede
International Rin Dō Shinzen Budō Association – IRDSBA

OSU. 🐻🔨🥋