47 Jahre – Vom rohen Eisen zur lebenden Klinge

47 Jahre – Vom rohen Eisen zur lebenden Klinge

Vor 47 Jahren stand ein junger Mann zum ersten Mal auf der Tatami.
Roh. Unfertig. Voller Kraft, aber noch ohne Form.
Wie ein Stück Eisen, das gerade erst dem Feuer begegnet.

Heute, nach 47 Jahren täglichen Trainings, Forschens, Zweifelns und Weitergebens, stehe ich immer noch am Amboss.
Denn die Klinge ist nie fertig.

In der Bärenschmiede wird nicht einfach nur Technik geübt.
Hier werden Charaktere geschmiedet –
vom rohen Eisen zur lebenden Klinge.

Der Hammer ist der Schweiß.
Das Feuer ist die Disziplin.
Der Schleifstein ist die ständige Selbstprüfung.
Und der Meister, der das Schwert führt, bleibt bis zum letzten Atemzug auch Schüler.

Viele glauben, der Weg führe vom Schüler zum Meister.
In Wahrheit führt er vom Schüler zum größeren Schüler.

Je höher der Dan, desto klarer wird:
Man besitzt das Karate nicht.
Man dient ihm.

47 Jahre Bärenschmiede.
47 Jahre Feuer, Hammer und Schleifstein.
47 Jahre Karate-Dō.

Und solange ich morgens aufstehen, meinen Gi anziehen und die Tatami betreten kann,
wird diese Klinge weiter geschmiedet, geschliffen und poliert.

Denn der Weg endet nie.

Vom Schüler zum Meister – und wieder zurück zum Schüler.

The Way Never Ends.

Osu.

Renshi Mike Stein – 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede Dōjō