Bärenschmiede – Freitags-Training: Präzision vor Intensität

Bärenschmiede – Freitags-Training: Präzision vor Intensität

Die Bärenschmiede hat heute unter der Leitung unseres Chefinstruktors Renshi Mike Stein das Freitags-Training mit konzentrierten und technisch sauberen Leistungen abgeschlossen.

Heute ging es bewusst nicht darum, den Körper bis an seine Leistungsgrenze zu treiben. Nach den intensiven Einheiten der vergangenen Tage stand ein ruhigeres, technisch orientiertes Training auf dem Programm. Denn auch das gehört zum Budō: zu wissen, wann man Feuer geben muss – und wann Präzision, Kontrolle und bewusstes Arbeiten wichtiger sind.

Insgesamt standen 1 Stunde und 33 Minuten Training auf der Uhr. Dabei wurden 630 kcal verbraucht, davon 497 Aktivitätskalorien. Die durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 101 bpm, die maximale bei 126 bpm. Mit einer Trainingsbelastung von 23, einem aeroben Trainingseffekt von 1,7 und einer empfohlenen Regenerationszeit von lediglich 4 Stunden war es eine bewusst moderate Einheit. Trotzdem wurde das 300-%-Trainingsziel erreicht – bereits zum 163. Mal.

Tekki Nidan – der Körper lernt, anders zu denken

Im Mittelpunkt stand zunächst Tekki Nidan, die wir heute in Ura und Ura Go trainierten.

Gerade diese Arbeitsformen zwingen uns dazu, eine bekannte Kata nicht einfach mechanisch abzuspulen. Richtung, Rhythmus, Koordination und Wahrnehmung verändern sich. Der Schüler muss die Kata neu erfahren und verstehen.

Das ist für mich ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit in der Bärenschmiede:

Eine Kata soll irgendwann nicht mehr nur im Gedächtnis liegen. Sie muss in den Körper übergehen.

Der zweite Schwerpunkt war Bassai Dai mit konsequenter Kontrolle der Hüftarbeit. Nicht möglichst große oder spektakuläre Bewegungen waren gefragt, sondern saubere biomechanische Zusammenhänge: stabiler Stand, kontrollierte Rotation, Verbindung von Boden, Hüfte und Technik sowie ein bewusster Übergang von Spannung zu Entspannung.

Hier kommt wieder unser Prinzip Tetsu no Koshi – die eiserne Hüfte ins Spiel. Kraft entsteht nicht dadurch, dass wir einzelne Körperteile gegeneinander arbeiten lassen. Der Körper muss als Einheit funktionieren.

Alle Teilnehmer haben heute sehr konzentriert gearbeitet. Besonders erfreulich waren Haltung, Timing und das zunehmende Verständnis für die biomechanischen Prinzipien hinter den Bewegungen.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Leistung dieses Trainings:

Nicht jeder Trainingstag muss ein Kampf gegen die Leistungsgrenze sein.

Manchmal besteht Fortschritt darin, langsamer zu werden, genauer hinzusehen und eine Bewegung, die man vielleicht schon tausendmal ausgeführt hat, ein weiteres Mal neu zu entdecken.

Denn wir trainieren nicht für eine Uhr.
Wir trainieren nicht für Kalorien.
Wir trainieren nicht für Zahlen.

Wir trainieren für den Weg.

Ich wünsche allen Freunden, Schülern und Weggefährten ein schönes und erholsames Wochenende. Und mit allen, die sich gestern für unser Seminar angemeldet haben, sehen wir uns morgen wieder auf der Tatami.

Der heutige Schweiß darf trocknen. Morgen wird weitergeschmiedet.

OSU! 🥋🐻

Euer Renshi und Freund
Renshi Mike Stein – 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede

THE WAY NEVER ENDS.