🥋 GEDANKEN AUS DER BÄRENSCHMIEDE

🥋 GEDANKEN AUS DER BÄRENSCHMIEDE

JEDEN TAG MEISTER – JEDEN MORGEN WIEDER SCHÜLER

Bärenstarkes OSU an alle Freunde, Meister und Weggefährten! 🐻🥋

Ich möchte euch heute einfach einmal Danke sagen.

Danke für eure Nachrichten, eure Informationen, eure Bilder, eure Erinnerungen und vor allem für die Geschichten, die ihr mit uns teilt.

Es ist der Karate-Weg, der unsere Wege gestaltet. Jeder Tag und jedes Training gibt uns die Möglichkeit, etwas Neues über unsere Technik – und letztlich über uns selbst – zu erfahren.

Beim Training mit einem Partner entstehen andere Erkenntnisse als beim alleinigen Üben. Und manchmal genügt es, eine Bewegung ganz langsam auszuführen, sie zu kontrollieren und aufmerksam zu beobachten.

Plötzlich entdeckt man einen neuen Zusammenhang.

Einen kürzeren Weg.

Einen anderen Winkel.

Eine Verbindung zwischen Hüfte und Hand.

Eine Möglichkeit für Bunkai.

Eine Hente-Waza, die aus der vorherigen Bewegung entsteht.

Eine Ō-Waza, deren Kraft nicht aus der Schulter, sondern aus einer biomechanischen Bewegung des ganzen Körpers kommt.

POINT → MOVEMENT → CONNECTION → APPLICATION → UNDERSTANDING

Gerade wenn wir bewusst nur mit einem Arm arbeiten, entdecken wir manchmal erstaunlich kurze biomechanische Wege. Bewegungen werden direkter, schneller und wirkungsvoller, weil unnötige Umwege verschwinden.

Für mich gilt deshalb:

Wenn du jeden Tag nur eine Technik wirklich studierst und sie mit einer Kata verbindest, kannst du in dieser einen Technik hundert weitere Möglichkeiten entdecken.

Das ist einer der Gründe, warum Karate für mich nach all den Jahren niemals langweilig geworden ist.

Im Gegenteil.

Je länger wir trainieren, desto größer wird das Feld, das noch vor uns liegt.

THE MORE WE LEARN, THE MORE THERE IS TO DISCOVER.

Neben dem täglichen Training ist deshalb auch die Forschung zu einem Teil meines Weges geworden.

Ich nutze die digitale Welt nicht nur zum Veröffentlichen. Ich nutze sie zum Lernen, Entdecken und Forschen.

Der Budō-Kalender, der Circle of Masters und In Memory of the Masters sind daraus entstanden.

Und unsere Budō-Welt ist unglaublich reich an Geschichten.

Manchmal öffne ich nur das Profil eines alten Karateka.

Da steht zunächst lediglich ein Name.

Dann taucht ein Datum auf.

Ein altes Foto.

Ein Meister.

Eine Meisterschaft.

Eine Mannschaft.

Ein Bundestrainer.

Ein altes Dōjō.

Ein Zeitungsartikel.

Und plötzlich entsteht aus einem Namen ein ganzes Kapitel der Karategeschichte.

ONE NAME → ONE PHOTO → ONE DATE → ONE DOCUMENT → ONE CONNECTION → ONE STORY

Manchmal führt eine Spur über Jahrzehnte.

Manchmal endet sie nach wenigen Metern im Sand.

Dann sitze ich vor alten Karateheften, Verbandszeitschriften, Vereinschroniken, vergilbten Ergebnislisten und Fotografien und versuche herauszufinden, was damals wirklich geschehen ist.

Und manchmal stehe ich dabei genauso allein wie beim Training.

Dann kommt irgendwann die Frage:

Soll ich jemanden fragen, der damals tatsächlich dabei war?

Soll ich einen Menschen anrufen, der heute vielleicht 70, 77 oder 80 Jahre alt ist?

Oder lasse ich ihn einfach in Ruhe?

Denn nur weil wir etwas wissen möchten, bedeutet das nicht, dass ein anderer Mensch verpflichtet ist, unsere Fragen zu beantworten.

Hier hilft mir etwas, das mich auch im Dōjō begleitet:

DŌJŌ KUN IN THE HEART.

Respekt.

Zurückhaltung.

Geduld.

Das richtige Gefühl für den richtigen Augenblick.

Manche Antworten müssen wir nicht erzwingen.

Manche finden wir später in einem Dokument.

Manche erzählt uns ein Meister irgendwann selbst.

Und manche Fragen bleiben offen.

Auch das gehört zur Geschichte.

RESPECT BEFORE CURIOSITY.

LISTEN BEFORE ASKING.

PATIENCE BEFORE ANSWERS.

HUMANITY BEFORE RESEARCH.

Darum möchte ich mich auch entschuldigen, wenn ich nicht jede Nachricht und jede E-Mail sofort beantworten kann.

Es sind inzwischen viele Zuschriften geworden. Gleichzeitig trainiere ich, unterrichte, recherchiere und versuche, unseren Budō-Kalender und die Geschichten unserer Meister so gewissenhaft wie möglich weiterzuführen.

Ich kann nicht jedem Menschen und jeder Geschichte sofort gerecht werden.

Aber ich lese.

Ich höre zu.

Und ich lerne von euch.

🥋 DIE STIMME, DIE SAGT: „NOCH ZEHN.“

Vielleicht ist Forschung gar nicht so weit vom Training entfernt.

Wir alle kennen diese Stimme.

Du machst Zuki.

Du hörst auf.

Dann kommt sie:

„Das war noch nicht sauber. Mach noch zehn.“

Du trainierst deine linke Seite und merkst:

„Zu schwach. Noch einmal.“

Die Atmung stimmt nicht.

Noch einmal.

Die Hüfte dreht zu früh.

Noch einmal.

Nijūshiho fühlt sich heute nicht richtig an.

Dann läufst du eben nicht zehn Kata halbherzig.

Vielleicht läufst du heute nur Nijūshiho.

Wieder und wieder.

Nicht um eine Zahl zu erreichen.

Sondern um etwas zu entdecken.

REPEAT → FEEL → CORRECT → UNDERSTAND → DISCOVER

Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges:

Eine Bewegung, die du seit Jahrzehnten kennst, fühlt sich plötzlich neu an.

Das ist für mich Karate.

DISCOVER YOUR MOVEMENT – EVERY DAY AGAIN.

Und selbst wenn wir einen ganzen Tag als Lehrer oder Meister trainiert und unterrichtet haben, stehen wir am nächsten Morgen wieder auf und sind:

SCHÜLER.

Der Gürtel bleibt.

Der Titel bleibt.

Die Erfahrung bleibt.

Aber der Weg beginnt jeden Morgen neu.

TODAY A TEACHER.

TOMORROW A STUDENT AGAIN.

🔨 DIE GESCHICHTEN DER MEISTER

Darum faszinieren mich eure Biografien so sehr.

Eine Biografie ist für mich keine Liste von Dan-Graden.

Sie erzählt ein individuelles Karate.

Jeder von uns hat andere Lehrer erlebt.

Andere Kata geliebt.

Andere Techniken tausendmal wiederholt.

Andere Niederlagen verarbeitet.

Andere Siege gefeiert.

Andere Fragen gestellt.

Und deshalb sieht unser Karate niemals vollkommen gleich aus.

Das ist keine Schwäche.

Das ist die Lebendigkeit des Budō.

DIFFERENT MASTERS.

DIFFERENT STYLES.

DIFFERENT EXPERIENCES.

ONE SPIRIT.

Viele von uns tragen Wissen weiter, das über Generationen von Lehrern zu uns gekommen ist. Auch die Spuren von Meistern wie Taiji Kase leben auf unterschiedlichen Wegen und über verschiedene Lehrer und Schüler weiter.

Aber niemand von uns muss eine Kopie seines Lehrers werden.

Ein guter Lehrer gibt uns etwas mit – und irgendwann müssen wir daraus unser eigenes Karate schmieden.

LEARN → UNDERSTAND → DEVELOP → TRANSMIT

Ein besonderer Dank gilt dabei auch Jochen Harms für sein enormes Archiv, seine jahrzehntelange Dokumentationsarbeit und die vielen historischen Bilder und Informationen, durch die manches Stück Karategeschichte überhaupt wieder sichtbar wird.

Und ebenso danke ich all den anderen, die sammeln, schreiben, fotografieren, Archive erhalten, Bücher verfassen und ihre Erinnerungen weitergeben.

Denn Geschichte besteht nicht nur aus den großen Namen.

Sie besteht aus Tausenden Menschen, die irgendwo eine Tatami ausgelegt, ein Dōjō eröffnet, einen Lehrgang organisiert, eine Mannschaft begleitet, ein Foto aufgehoben oder einem jungen Schüler zum ersten Mal gezeigt haben, wie man richtig steht.

🐻 BÄRENSCHMIEDE

So vergehen die Tage in unserer Bärenschmiede.

Wir trainieren.

Wir recherchieren.

Wir entdecken.

Wir korrigieren.

Wir lernen voneinander.

Und wir schmieden weiter.

Ich werde niemals jede Geschichte erzählen können.

Ich werde niemals jedem einzelnen Meister gerecht werden können.

Aber jeder Mensch, der sein Wissen ehrlich weitergegeben und anderen einen Weg geöffnet hat, hinterlässt eine Spur.

Manche Spuren sind groß.

Andere fast unsichtbar.

Doch zusammen ergeben sie das, was wir heute Budō nennen.

Darum danke ich euch allen für eure Haltung, eure Erinnerungen, eure Biografien und eure Erkenntnisse.

Ihr seid ein Teil meiner Inspiration.

Und vielleicht ist genau das unser gemeinsamer Weg:

TRAIN → LEARN → DISCOVER → RESPECT → SHARE → GROW

Heute trainieren wir.

Morgen entdecken wir vielleicht etwas Neues.

Und übermorgen geben wir es jemandem weiter.

Vom rohen Eisen zur lebenden Klinge. 🔨

PRESERVE THE HISTORY.

HONOR THE MASTERS.

PASS ON THE KNOWLEDGE.

KEEP THE KARATE SPIRIT ALIVE.

THE WAY NEVER ENDS.

Mit bärenstarkem OSU aus der Bärenschmiede 🐻🥋

Renshi Mike Stein · 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede
International Rin Dō Shinzen Budō Association – IRDSBA