am 28. August – National Power Rangers Day,

Guten Morgen, liebe Freunde und Weggefährten,

heute ist für mich auch ein kleiner Nostalgietag für unsere Generation.

Wenn ich sehe, was uns heute zur Verfügung steht – Smartphones, YouTube, soziale Medien, ChatGPT, Grok und Wissen aus der ganzen Welt innerhalb weniger Sekunden –, denke ich manchmal daran zurück, wie anders unsere Welt der Kampfkunst einmal aussah.

Damals gab es all das nicht.

Es gab das Dōjō, den Sensei, Bücher und Zeitschriften, den Schweiß auf der Tatami – und den Weg, den man noch selbst gehen musste.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir damals mit dem ganzen Dōjō ins Kino gingen, um Bruce Lee auf der großen Leinwand zu erleben.

Das war kein Filmabend wie heute, bei dem man einfach auf einen Bildschirm tippt.

Das war ein Ereignis.

Wir saßen als junge Karateka im dunklen Kinosaal und sahen diese unglaubliche Geschwindigkeit, Explosivität und Präsenz. Danach wurde im Dōjō darüber gesprochen, Bewegungen wurden ausprobiert und natürlich wollte jeder beim nächsten Training ein bisschen schneller und stärker sein.

Dann gab es die Fernsehserie „Kung Fu“ mit David Carradine als Kwai Chang Caine.

Mich faszinierten dabei nicht nur die Kampfszenen. Es waren auch die ruhigen Momente – Gedanken über Geduld, Selbstbeherrschung, Bescheidenheit, Respekt und den eigenen Weg.

Und irgendwann kamen die großen japanischen Samurai-Filme dazu.

Besonders Toshiro Mifune blieb vielen von uns im Gedächtnis: seine Präsenz, seine Körpersprache, dieser Blick, die Ruhe vor der Bewegung und dann plötzlich die Entschlossenheit.

Natürlich war das Kino und kein Budō-Unterricht.

Aber es inspirierte uns.

Und dann war da noch Rocky.

Der erste Film erschien bereits 1976, doch mit Rocky II, Rocky III und Rocky IV begleitete uns diese Filmreihe bis tief in die 1980er-Jahre.

Rocky war kein Karateka und kein Samurai. Trotzdem verstanden wir die Botschaft sofort:

Trainieren. Durchhalten. Hinfallen. Aufstehen. Weitermachen.

Diese berühmten Trainingssequenzen und die Musik konnten einen jungen Kampfsportler kaum ruhig auf dem Sofa sitzen lassen. Man wollte am liebsten sofort seine Trainingstasche nehmen und ins Dōjō gehen.

Und 1984 kam schließlich ein Film, der für unsere Karatewelt noch einmal etwas ganz Besonderes auslöste:

„The Karate Kid“.

Plötzlich stand Karate selbst mitten in einer großen Kinogeschichte.

Daniel LaRusso, Mr. Miyagi, das Training, die Disziplin und natürlich die berühmten Szenen, die anschließend überall diskutiert und nachgemacht wurden.

Auch wenn Hollywood nicht immer das tatsächliche Training in einem traditionellen Dōjō widerspiegelte, erreichten diese Filme etwas Entscheidendes:

Sie machten junge Menschen neugierig auf Kampfkunst.

Viele betraten vielleicht gerade wegen solcher Filme zum ersten Mal ein Dōjō.

Das war eine besondere Zeit.

Wir bekamen Kampfkunst nicht jeden Tag in Hunderten kurzen Clips präsentiert. Wenn ein guter Kampfkunst-, Boxer- oder Samurai-Film im Fernsehen oder Kino lief, wartete man darauf.

Man traf sich.

Man schaute gemeinsam.

Man diskutierte darüber.

Und am nächsten Tag wurde wieder trainiert.

Die Bilder blieben im Kopf.

Heute, am 28. August – National Power Rangers Day, erinnert sich eine jüngere Generation vielleicht an die Power Rangers und ihr berühmtes „It’s Morphin Time!“.

Und plötzlich wird einem bewusst, dass jede Generation ihre eigenen Helden und Bilder hatte.

Für viele aus meiner Generation waren es:

Bruce Lee – Geschwindigkeit und Ausdruck.
Kwai Chang Caine – Ruhe und Philosophie.
Toshiro Mifune – Samurai-Geist und Präsenz.
Rocky – niemals aufgeben.
Mr. Miyagi – Geduld, Disziplin und Karate.

Und hinter all diesen Bildern stand für uns immer noch etwas anderes:

unser eigenes Dōjō.

Denn irgendwann war der Film vorbei.

Das Licht im Kinosaal ging wieder an.

Der Fernseher wurde ausgeschaltet.

Und am nächsten Tag standen wir wieder barfuß auf der Tatami vor unserem Sensei.

Dort zeigte sich, was Kampfkunst wirklich bedeutet.

Nicht zwei Stunden Film, sondern Jahre und Jahrzehnte des Trainings.

Heute haben wir Möglichkeiten, von denen wir damals nicht einmal träumen konnten. Wir können historische Quellen innerhalb von Sekunden finden, Techniken in Zeitlupe analysieren und uns mit Karateka auf der ganzen Welt austauschen.

Das ist ein großer Gewinn, und ich möchte diese Möglichkeiten nicht missen.

Aber manchmal vermisse ich ein wenig dieses Gefühl von damals:

die Vorfreude, das Entdecken, das gemeinsame Staunen – und diesen unbändigen Wunsch, danach sofort wieder zu trainieren.

Vielleicht war damals nicht alles besser.

Aber es war anders.

Und es war eine unglaublich motivierende Zeit, die für viele von uns dazu beigetragen hat, dass Kampfkunst kein kurzfristiges Hobby wurde, sondern ein Begleiter fürs ganze Leben.

Die Technik verändert sich.

Die Medien verändern sich.

Unsere Helden verändern sich.

Wir werden älter.

Aber der Weg bleibt.

Und vielleicht sitzt irgendwo heute wieder ein junger Mensch vor einem Bildschirm, sieht zum ersten Mal eine Kampfkunst und denkt:

„Das möchte ich lernen.“

Dann beginnt für ihn genau das, was für viele von uns vor Jahrzehnten begann.

Der erste Schritt auf einem sehr langen Weg.

KEEP THE KARATE SPIRIT ALIVE.

THE WAY NEVER ENDS.

OSU! 🥋