Guten Abend, liebe Freunde und Weggefährten,
heute stand in der Bärenschmiede wieder ein konzentriertes und technisch anspruchsvolles Karatetraining auf dem Programm.
Im Mittelpunkt standen Nijūshiho und Tekki Sandan, verbunden mit intensiver Arbeit an Biomechanik, Ibuki-Atmung, Tetsu no Koshi, Erdung und kontrollierter Hüftrotation.
🥋 Nijūshiho – Rotation, Richtungswechsel und Kontrolle

Nijūshiho – „Vierundzwanzig Schritte“ – ist für mich eine Kata, deren besondere Qualität in ihren Übergängen liegt.
Sie fordert nicht nur einzelne Techniken. Entscheidend ist das, was zwischen den Techniken geschieht.
Immer wieder verändern wir Richtung, Körperachse, Spannung und Bewegungsfluss. Wir drehen, setzen um, nehmen Kraft auf und geben sie in einer neuen Richtung wieder ab. Dabei darf die Verbindung zum Boden niemals verloren gehen.
Gerade diese ständigen Rotationen und Richtungswechsel stellen hohe Anforderungen an:
- Erdung und Gleichgewicht
- Stabilität während und nach der Wendung
- Kontrolle der Körperachse
- Hara und Hüftarbeit
- saubere Gewichtsverlagerung
- Timing von Spannung und Entspannung
- Kraftübertragung vom Boden durch den gesamten Körper
Hier kommt unser Tetsu no Koshi – das „Bären-Koshi“ der Bärenschmiede – besonders deutlich zum Tragen.
Die Hüfte soll nicht einfach möglichst stark oder möglichst weit rotieren. Sie muss im richtigen Augenblick frei beweglich und im nächsten Moment wieder stabil sein.
Eine Wendung darf uns nicht aus dem Boden herausheben.
Wir drehen – aber verlieren unsere Wurzeln nicht.
Genau darin liegt für mich eine der wichtigen Lektionen von Nijūshiho: Beweglichkeit ohne Verlust der Stabilität. Rotation ohne Verlust des Zentrums. Geschwindigkeit ohne Verlust der Erdung.
Auch die unterschiedlichen Bewegungsqualitäten machen die Kata interessant. Fließende Passagen wechseln mit deutlicher Akzentuierung. Kompakte Bewegungen öffnen sich wieder. Gerade dadurch müssen Atmung, Hüfte, Hara und Technik miteinander arbeiten und dürfen nicht als einzelne Elemente betrachtet werden.
🥋 Tekki Sandan – Kraft aus dem Boden

Tekki Sandan ergänzte diese Arbeit hervorragend.
Die ausgeprägte seitliche Struktur und die Arbeit aus einer stabilen Basis verlangen ebenfalls eine sehr bewusste Verbindung zwischen Füßen, Beinen, Hüfte und Oberkörper.
So unterschiedlich beide Kata auf den ersten Blick erscheinen, trafen sie sich heute in einem gemeinsamen Thema:
Stabilität entsteht nicht dadurch, dass wir unbeweglich werden.
Stabilität bedeutet, dass wir auch in der Bewegung unser Zentrum behalten.
📊 Das heutige Training
Die Einheit dauerte 1 Stunde, 40 Minuten und 12 Sekunden.
Dabei wurden insgesamt 877 kcal, davon 734 Aktivitätskalorien, erfasst. Die durchschnittliche Herzfrequenz betrug 116 bpm, die maximale 149 bpm.
Besonders interessant ist die Verteilung: 45 Minuten im aeroben Bereich, 35 Minuten im Fettverbrennungsbereich, 14 Minuten Aufwärmbereich und lediglich 2 Minuten anaerob. Die aerobe Trainingsbelastung lag bei 2,8, die angegebene Regenerationszeit bei 11 Stunden.
Und dazu kam heute noch ein kleines Zeichen für Beständigkeit:
🏅 300 % des Trainingsziels – zum 165. Mal
Das Huawei-Abzeichen ist natürlich nur eine Zahl auf einer Uhr.
Aber hinter dieser Zahl stehen Trainingstage, Schweiß, Wiederholungen und vor allem eines:
Kontinuität.
Nach 47 Jahren Karate-Dō geht es nicht mehr darum, jeden Tag etwas beweisen zu müssen.
Es geht darum, weiter zu lernen.
Eine Wendung etwas stabiler.
Eine Rotation etwas bewusster.
Eine Verbindung zum Boden etwas klarer.
Eine Kata etwas tiefer verstanden als gestern.
Der Körper dreht sich.
Die Richtung verändert sich.
Doch das Zentrum bleibt.
Vielleicht ist genau das nicht nur eine Lektion aus Nijūshiho, sondern aus dem gesamten Budō.
The Way Never Ends.
Osu! 🥋
Renshi Mike Stein – 6. Dan
Rin Dō Shinzen – Bärenschmiede Dōjō
INTERNATIONAL RIN DŌ SHINZEN BUDŌ ASSOCIATION – IRDSBA
