Der Weg zwischen den Welten
Es gibt Momente im Leben, in denen Entfernungen ihre Bedeutung verlieren.
Plötzlich liegen nicht nur tausende Kilometer zwischen zwei Orten, sondern auch Jahrhunderte zwischen zwei Gedanken.
Während mein Mountainbike am Ufer des Rheins entlangrollte, verließ ich unmerklich meine Heimat.
Vor meinem inneren Auge verschwand Mainz.
Die Weinberge wichen den Reisfeldern Japans.
Das Rauschen des Rheins wurde zum Wind in den Bambuswäldern Kyotos.
Aus den römischen Kriegsschiffen der Classis Germanica wurden Samurai, die schweigend ihre Katana trugen.
Ich bewegte mich gleichzeitig durch zwei Welten.
Durch zwei Epochen.
Durch zwei Kulturen.
Zwischen Rom und Kyoto.

Zwischen dem Gladius und der Katana.
Und je länger ich darüber nachdachte, desto deutlicher wurde mir:
Vielleicht trennten diese Krieger nur Ozeane und Jahrhunderte.
Im Geist aber waren sie Brüder.
