Mein treuester Wegbegleiter

Mein treuester Wegbegleiter

Oft wurde ich gefragt, wie ich schwierige Zeiten überstanden habe.

Meine Antwort war immer dieselbe:

Ich bin ins Dojo gegangen.

Wenn das Leben unruhig wurde, wenn Konflikte entstanden oder die Gedanken nicht zur Ruhe kamen, gab es für mich nur einen Weg.

Ich zog meinen Gi an.
Ich verbeugte mich.
Ich trainierte.

Nach dem Training war ich körperlich erschöpft, aber mein Geist war klar.

Dann ging ich nach Hause und schlief.

In all den Jahren habe ich eines erkannt:

Karate war für mich nie nur ein Sport.

Es war mein Wegbegleiter.

Mein Anker.

Mein stiller Lehrer.

Ein Partner, der mich niemals belogen, betrogen oder verlassen hat.

Das Dojo hat mir keine falschen Versprechen gemacht.

Es verlangte nur eines:

Disziplin.

Respekt.

Geduld.

Und die Bereitschaft, jeden Tag wieder aufzustehen.

Menschen kommen und gehen.

Freundschaften verändern sich.

Beziehungen enden.

Das Leben schreibt seine eigenen Geschichten.

Doch wenn ich die Tür zum Dojo öffne, den vertrauten Geruch der Tatami wahrnehme und meinen Gürtel binde, weiß ich:

Der Weg wartet auf mich.

Er urteilt nicht.

Er fragt nicht nach gestern.

Er fordert nur, dass ich heute mein Bestes gebe.

Vielleicht ist genau das das größte Geschenk des Budō.

Es begleitet uns ein Leben lang.

Nicht weil es uns vor Schwierigkeiten bewahrt.

Sondern weil es uns die Kraft gibt, ihnen aufrecht zu begegnen.

Karate bleibt mein Partner und mein Wegbegleiter.

Ein Partner für das ganze Leben.

OSU

Renshi Mike Stein